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Uncle Boonmee who can recall his past lives

 
Uncle Boonmee

Ab Freitag 15.04.

"Dieser Film des thailändischen Regisseurs taucht in die Myterien der Natur und des Dchungels ein - ein ganz aussergewöhnlicher, aber hochgradig poetischer Film, der weit entfernt ist von allen Konventionen und Normen." Ulrich Gregor

Freitag 15.04. 20:00
Samstag 16.04. 20:00
Sonntag 17.04. 20:00
Montag 18.04. 20:00
Dienstag 19.04. 20:00

Von Apichatpong Weerasethakul
Mit Jenjira Pongpas, Sakda Kaewbuadee, Natthakarn Aphaiwonk, Geerasak Kulhong
Land TH
Jahr 2010
Sprache OV
Untertitel df
Dauer 114 Minuten
Freigabe Ab 12 Jahren

Nach einem Nierenversagen fährt Onkel Boonmee aufs Land, um im Kreis seiner Familie zu sterben. Durch Yoga hat er ein ausgeprägtes Körperbewusstsein entwickelt, er ahnt, dass ihm nur wenige Stunden bis zum Tod bleiben. Im Haus am Rand des Regenwalds begegnet Boonmee beim Abendessen dem Geist seiner verstorbenen Frau Huay. Sie kümmert sich liebevoll um ihn und lässt ihn wissen, dass Geister nicht an Orte gebunden sind, sondern an lebende Menschen. Beide treffen sie ihren verschollenen Sohn Tong, der in der Gestalt eines Waldgeistes mit rot leuchtenden Augen erscheint. Boonmee und Huay können ihn an seiner Stimme erkennen. Gemeinsam mit Huay und Tong macht Boonmee sich auf den Weg durch den Dschungel, auf der Suche nach den Ursprüngen seines ersten Lebens. Der Cannes-Gewinner lässt uns in einer anderen Dimension schweben.

Kino als Meditationsraum

Apichatpong Weerasethakul ist als Filmemacher bis zur Goldenen Palme in Cannes nur Gourmets der visuellen Künste ein Begriff gewesen. Jetzt entdeckt ihn endlich ein grösseres Publikum. Seine Filme sind ungewohnt, und sie sind dies im besten Sinn. Der Thailänder will keine Geschichten im gängigen Sinn erzählen, er schafft Räume, in denen sich unser Geist bewegen kann, in denen sich unsere Gedanken entfalten. Sein Kino ist ein visuelles Schreiben in der Zeit, die er unauffällig aber äusserst kunstvoll modelliert. Seine filmischen Räume laden ein zum Verweilen. Wer die Einladung annimmt, loslassen kann und sich auf das Gebotene einlässt, hat die Chance, eine andere Dimension des Kinos zu erfahren, in eine Art Trance zu geraten. Keine Hypnose vielmehr ein Ausklinken aus dem, was einen umtreiben mag. Klar, da gibt es die Figur des Onkel Boonmees, dessen Stunden gezählt sind und der sich noch einmal mit Menschen trifft, die ihm wichtig waren im Leben. Aber es tauchen in grösster Selbstverständlichkeit auch Menschen auf, die längst gestorben sind und die ihn gleichsam abholen von einem Seinszustand in den anderen. Hat man je einen sanfteren Tod gesehen als den dieses Films, wo die verstorbene Frau ihrem Mann aus der Zeit nach dem Leben die Hand reicht und die Begleiterin aus dem aktuellen Leben ihn loslässt? Wo Vergangenheit und Zukunft eins werden im Glauben an den Moment?

Die Fragen, um die Weerasethakuls Film schwebt, sind elementar: Was sind wir? Wohin gehen wir? Was bindet uns? Was ist der Tod? Was ein Geist? Was ist die Seele? Wenn der Geist eines uns lieben Menschen weiter existiert, dann in unseren Gedanken, unserem Geist. Der Film Uncle Boonmee setzt dies visuell um und zeigt, was in Gedanken sichtbar ist, in Empfindungen. Ein Mann bereitet sich auf den Tod vor und begegnet den bereits dahingegangenen Geliebten. «Ich glaube an Seelenwanderungen zwischen Menschen, Pflanzen Tieren und Geistern», sagt Apichatpong Weerasethakul, «die Geschichte von Onkel Boonmee erzählt vom Verhältnis zwischen Mensch und Tier, zugleich überwindet sie die Linie, die beide trennt. Wenn das Kino so etwas zeigt, wird es zur gemeinsamen Erinnerung.» Die grosse Kraft dieses Films, sie steckt im absoluten Vertrauen darauf, dass das Kino ein wunderbarer Wahrnehmungsraum ist, der gemeinsame Erfahrungen schafft. Es lohnt sich, sich offen darauf einzulassen. Walter Ruggle

Location

Schaan
Liechtenstein
47° 9' 45.828" N, 9° 30' 30.996" E

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